„Soulvation“-Publikum in Bewegung
Mitreißende Gospels in der Bahlinger Bergkirche / Benefizkonzert erreicht die dankbaren Bewohner des Hauses Johannes.

Der Gospel- und Soulchor Soulvation begeistert in der
Bahlinger Bergkirche. Foto: Christel Hülter-Hassler
BAHLINGEN. Mitreißende und sehr wohltuende anderthalb Stunden bescherte der Emmendinger Chor "Soulvation" seinen Zuhörern in der Bergkirche. Er beschenkte gleichzeitig die Bewohner des "Hauses Johannes" in Bahlingen mit diesem Benefizkonzert, denn der Gospel- und Soulchor unterstützt dessen Förderverein und ermöglicht damit Freizeitangebote und die Förderung von Fähigkeiten und Begabungen der Bewohner.
Es war einiges geboten am Sonntagabend im Kirchlein oben auf dem Berg: So dröhnte ein Stampfen und Klatschen und Jubeln aus den Kirchenbänken, Fröhlichkeit strahlte aus den Gesichtern. Der gesamte Raum schien in Bewegung, während Chorleiterin Angela Mink mit erhobenen Armen ihre Sänger mitsamt dem Publikum anfeuerte. Besonders ausgelassen ging es in den ersten Reihen zu, wo Bewohner des Hauses Johannes unbefangen den mitreißenden Groove der Lieder aufnahmen und mit ihren Ausdrucksmitteln wiedergaben. Die Sorgen des Alltags zu vergessen, den Gefühlen Freiheit zu verschaffen, dazu dienten Lieder wie "Oh Happy Day" oder "Ride the Chariot".
Liebe ist die Botschaft
Englisch sei die Originalsprache, so Chorleiterin Mink. "Aber die Sprache ist egal. Das Gefühl ist in der Musik". Genau dieses Umsetzen gelang den Sängerinnen und Sängern auf hinreißende Art. Sie kehrten in ihren Darbietungen, zum Teil mit Soloparts unterstützt, das Innerste nach außen. Enthusiastisch erklang "I will follow him" oder "Sijahamba"; der Chor verließ sich dabei voll und ganz auf seine Stimmgewaltigkeit. Nur bei wenigen Stücken kamen Percussion und eine Flöte zum Einsatz. "Love is the Message" – Liebe ist die Botschaft – stand in vielen unterschiedlichen Ausdrucksformen im Zentrum. Gefühlvolle Lieder wie das "Hallelujah" von Leonhard Cohen oder "Washing of the Water" trug der Chor voll Leichtigkeit und Klangfülle vor. Die Weise "Gede nibo", ursprünglich ein Tanz aus Tahiti, lebe von der rhythmischen Verschiebung, machte Angela Mink auf Besonderheiten aufmerksam: "Jeder Sänger hat im Grund eine einzelne Stimme", weckte sie die Neugier der Zuschauer in ihrer erfrischenden Moderation.
Zum Schluss forderte die Chorleiterin beim "Amen" erneut auf ihre unwiderstehliche Art die Unterstützung des Publikums ein.
Sie selbst tanzte durch den Mittelgang der Bahlinger Kirche, Soli jubelnd, und ihre zusehends wachsende Sängerschar anfeuernd. Mittlerweile hielt es die Bewohner des "Hauses Johannes" kaum mehr in den Bänken. Und so war es die Krönung des Abends, mitverfolgen zu können, wie die vornehmlich jungen Leute ihrer Freude und Dankbarkeit unbefangen Ausdruck gaben und mit bewegenden Gesten jedem einzelnen Sänger eine Blume überreichten.
Die Badische Zeitung schrieb am 3. Juni 2011 ...
Gospel-Gefühl in St. Bonifatius
Der 35-köpfige Gospel- und Soulchor "Soulvation" unter Angela Mink riss die Zuhörer in der gut besuchten Kirche mit.
- Ein schöner Rahmen: Am Sonntag trat der Soulvation-Gospel- und Soulchor in der gut besuchten St. Bonifatius Kirche auf und die zahlreichen Zuhörer ließen sich begeistern und mitreißen. Foto: Fabian Dörr
EMMENDINGEN. Gut besucht war die Kirche St. Bonifatius beim Konzert von "Soulvation", dem Gospel- und Soulchor, Mitglied des Tonart-Vereins – und die Besucher waren begeistert.
Die Gospelmusik entwickelte sich in afroamerikanischen Gemeinden, während der Zeit der Unterdrückung durch die Weißen, im 20. Jahrhundert. Die Afroamerikaner waren der Überzeugung, dass das Leben nach dem Tod nur besser werden konnte. Ziel war es daher, die Sorgen des Alltags zu vergessen und gute Laune durch aktive Beteiligung im Gottesdienst zu schaffen.
Genau dieses Gefühl versucht auch "Soulvation", der seit 15 Jahren bestehende Gospelchor, zu vermitteln. "Ziel ist es, das Publikum zu animieren und aktiv, zum Beispiel durch Klatschen, miteinzubinden", erklärt Angela Mink, Leiterin des Chors. In dem anderthalbstündigen Programm sang der Chor bekannte Songs und Gospels, wie "Oh happy Day", aber auch gefühlvollere Lieder, wie "Halleluhja" von Leonard Cohen . Neben den überwiegend englischen Texten waren auch afrikanische Lieder vertreten.
Die inzwischen 35 Sänger und Sängerinnen verlassen sich dabei, bei sehr hohem Niveau, nur auf ihre Stimmen; nur bei einigen wenigen Stücken kamen Percussion und eine Flöte zum Einsatz. Ebenso bot der Chor einige Soliparts, die leider durch den Gebrauch eines Mikrophons die Atmosphäre ein wenig verletzten; die Solisten hätten dieses Hilfsmittel aufgrund ihres Könnens auch gar nicht gebraucht.
Trotz ihres "schweren Standes, da viele Menschen, vor allem in der katholischen Kirche, den Gottesdienst mit Strenge verbinden und deshalb diese Art von Gottesdienst nicht gewohnt sind", so Mink, schaffte es die Gruppe, die Zuhörer zum Mitklatschen und -singen zu bewegen und zu begeistern. Am Anfang waren die Besucher noch zurückhalten, doch das änderte sich mit zunehmender Zeit. Und am Ende der Aufführung standen die Besucher in den Kirchenbänken und klatschten verdienten Beifall für "Soulvation", die für einen schönen Sonntagabend gesorgt hatten.
